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Montag, 26. März 2007

Schilder, Wald

Deutschland ist bekanntlich ein Schilderwald. Will heißen: Vor allem in Städten gibt es einfach zu viele Schilder auf einem Fleck. In Frankreich hat man sich etwas anderes ausgedacht. Dort kann schon ein Schild zu viel sein. Vor allem auf dem Land.

Wir befinden uns irgendwo (siehe Photo) zwischen Châteauneuf und St Donat auf einer verlassenen Straße. Von ihr geht eine noch verlassenere Straße ab und führt... noch weiter aufs Land. Mit viel Glück kommt einem hier alle drei Tage ein Auto entgegen. Dennoch. Hier wird höchstens 45 km/h gefahren! Noch einmal in Worten: Fünf-und-Vierzig Kilometer pro Stunde.

Das Straßenschild tut mir Leid. Es muss sich schrecklich lächerlich und unbeachtet fühlen.

Sonntag, 18. März 2007

Auf französisch ist Frühling rosa



Fast überall dieser Tage,
auf den Feldern und in den Gärten,
blüht es rosa und weiß,
in den Frühling hinein.

Sonntag, 11. März 2007

Mit Ronja im verlorenen Dorf

Ostfriesischer Besuch vom Mittelmeer in Hauterives!

Ronja, selbst Auricherin, ist zur Zeit in Sète, nahe Montpellier. Vor zwei Wochen durfte ich sie in Hauterives begrüßen. Dabei konnte ich gleich mal den Selbsttest machen, und mich auf Fremdenführertauglichkeit prüfen.

Locker angefangen bei einem durch Sonnenschein unterstützten Besuch bei unserer Lokalattraktion, dem Palais Idéal, begann das Wochenende langsam und entspannend.

Le Palais Idéal

Noch am selben Tag hatten wir uns auf die Suche nach einem Wasserfall gemacht. Geheimtipp. Natürlich kannte ich die Region überhaupt nicht, den Wasserfall suche ich bis heute noch. Aber so muss ich nicht sagen, ich hätte mich verfahren. Ganz im Gegenteil! Wir haben die Gegend erkundet. Und als große Abenteurer haben wir selbstverständlich auch etwas entdeckt... Ein verlorenes Dorf! Eine zerstörte Kapelle am Hang, aus den dachlosen Häusern wuchsen Bäume. Wohnbaracken auf der anderen Seite waren nicht zu erreichen. Zumindest nicht mehr über die große Brücke, wie es vor langer Zeit üblich gewesen sein mag.


Verlorenes Dorf


Am Sonntag haben wir uns in das Herz der französischen Résistance begeben. In die Vercors. Mitten in der Natur gibt es dort ein Museumsmahnmal. Etwas kalt war es schon. Aber Ronja hat dem ganzen auch etwas Schönes abgewinnen können, denn so hatte sie „das erste Mal in diesem Winter ein bisschen Schnee zu sehen bekommen.“

Wenn sie sich beeilt, findet sie im kalten Aurich vielleicht ja auch noch einige vereiste Ecken. Denn ihre Zeit im schönen Sète ist schon fast vorbei. Aber daran möchte sie gar nicht so gerne erinnert werden... ;) Gute Heimreise!

Montag, 5. Februar 2007

Schöner Schrott

Wenn man gemütlich beim Abendbrot sitzt und auf einmal die Fenster anfangen zu vibrieren, dann ist gerade wieder ein Panzer vorbei gefahren. Seit einigen Tagen fahren französische Panzer mit standesgemäßem Begleitschutz vor unserer Haustür entlang. Ich habe keine Ahnung, woher sie kommen, noch wohin sie der Weg führt.

Sollten sie jedoch auf dem Weg nach St Donat gewesen sein, so habe ich heute einen Kollateralschaden am Straßenrand entdeckt. Vielleicht hat der Besitzer sein Auto auch einfach in das französische Recyclingsystem gegeben. Würde mich nicht wundern, es gibt hier schließlich nicht einmal eine Müllabfuhr.



Sonntag, 4. Februar 2007

Brennblase

Nein, ich habe mir keine Blasenentzündung zugezogen. Es geht also auch weniger um Blasentee als um Alkohol.

Brennblase scheint laut Wikipedia die deutsche Entsprechung für alambic zu sein. Das ist keine Vokabel zum Auswendiglernen. Es reicht, wenn man es für den nächsten Absatz im Gedächtnis behält.

Denn wir haben gestern unsere Leute geschnappt, in den großen roten Bulli gesetzt und sind nach St Désirat
gefahren. Dort gibt es das musée de l'alambic. Eine Schnapsbrennerei die Einblick in ihr Handwerk gewährt. Das Beste: Es war kostenlos. Der perfekte Wochenendausflug für unser immer knapp bei Kasse seiendes foyer.

Die Kostprobe am Ende des Rundgangs schien hingegen nicht kostenfrei zu sein. Ich als Fahrer habe mich gar nicht erst der Versuchung ausgesetzt, die anderen scheinen daran vorbei gelaufen zu sein. Einen leicht alkoholisierten Zustand vermutete ich aber dennoch. Während der gesamten Führung lag ein fast stechender Geruch von Williams Christ in der Luft. Der kam direkt aus den heiligen Stätten der Destillation. Vielleicht sollte ich nochmal gründlich über meine Berufswahl nachdenken.

Sonntag, 14. Januar 2007

Frühlingswinter per Auto

Es ist wunderschönes Wetter in der Drôme. Sonnenschein bei 15 Grad Celsius. Man sieht die Chartreuse fast von der Haustür aus, so klar ist der Himmel. Mit Auto und Kamera habe ich nach langer Zeit also mal wieder die Gegend erkundet. Das wäre alles so schön, wenn es nicht einen Haken hätte: 9. Januar. Das riecht nach Frühlingswinter und das wiederum stinkt nach globaler Erwärmung...



[Für alle über vierzig: Auf das Bild klicken, es verbergen sich mehrere dahinter!]

Sonntag, 10. Dezember 2006

Mir geht es bergig

Fuer alle, die es noch nicht wussten: Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich in den Bergen wohne -- und es gefaellt mir sehr gut. Meine Heimat ist sowas von flach, selbst Berge gibt es dort nicht.

Als kleiner Junge hat mir mein Vater immer Abenteuergeschichten aus den Bergen erzaehlt. Die zugeschneite Huette irgendwo an einem Hang, die man nur noch ueber das Dachfenster verlassen konnte... Ich habe nie gewusst, wie es ist, in den Bergen zu leben, aber jetzt bekomme ich so langsam ein Gefuehl dafuer.
Es ist einfach wunderschoen, wenn man einen Berg hochkrackselt, etwas abgemueht den Gipfel erreicht, sich umdreht und vor einem eroeffnet sich die Weite des Tales...

Heute hat uns Francis, einer unserer Personen, in seine Heimatstadt Tain l'Hermitage entfuehrt. Zwischen Weinreben und kleinen Sturzbaechen haben wir uns den Weg bis nach oben erkaempft. Uebrigens wieder einmal ein glaenzendes Beispiel dafuer, dass ich als Assistent auch Vertrauen in meine geistig behinderten Personen habe. Die Gegend um Tain kenne ich kein Stueck. Ich musste mich darauf verlassen, dass er uns nicht Schwierigkeiten bringt. Aber im Gegenteil, wir haben einen wunderschoenen Spaziergang hinter uns, einen Kaffee bei seiner Mutter und ein wenig Muskelkater in den Beinen -- solche Anhoehen sind meine norddeutschen Beine eben nicht gewoehnt.